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Deutsche Bahn intensiviert Arbeiten an Eifelquerbahn

Bis Mitte dieses Monates sollen die Vegetationsarbeit an der Eifelquerbahn abgeschlossen werden, so eine Pressesprecherin der Deutschen Bahn (DB) gegenüber dem Eifelquerbahn-Verein. Damit die Arbeiten nach dem sehr gemächlichen Start wie geplant abgeschlossen werden können, hat die DB das dafür notwendige Personal an der Strecke aufgestockt.

Mittlerweile laufen die Arbeiten an mehreren Stellen parallel. Während ein Zweiwege-Bagger zwischen Utzerath und Ulmen unterwegs ist, um die Strecke weitläufig freizuschneiden, hat sich ein weiterer Trupp bereits bis hinter den Bahnhof Daun vorgearbeitet und somit die Strecke für den Einsatz des Zweiwegebaggers vorbereitet. Darüber hinaus hat eine weitere Firma im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Dockweiler mit den Vegetationsarbeiten begonnen.

Nach Auskunft der DB-Pressesprecherin führt man parallel zu den Vegetationsarbeiten eine Sichtkontrolle der Schieneninfrastruktur sowie Messungen zur Ermittlung der Gleislage und der Schienenqualität durch. Daneben ist auch eine Instandsetzung der Bahnübergänge entlang der Strecke zu beobachten. „An zahlreichen Bahnübergängen wurden die Spurrillen freigelegt und fehlende oder defekte Andreaskreuze ersetzt“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner.

Ziel der ganzen Maßnahmen sei eine sichere Überführung der Fahrzeuge aus Gerolstein, so die Pressesprecherin der DB. Dafür bedarf es allerdings auch der Befahrbarkeit der Kyll-Brücke bei Gerolstein, welche von der DB weiterhin geprüft werde, so die DB-Pressesprecherin weiter.

„Es klingt wenig plausibel, dass die DB aktuell den ganzen Aufwand betreibt, ohne zu wissen, ob die Kyll-Brücke überhaupt befahren werden kann“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins. Der Verein hat die DB daher um nähere Informationen gebeten; eine Antwort steht hier aktuell noch aus. Dabei sollte die DB bereits über alle notwendigen Informationen verfügen.

„Nach uns vorliegenden Hinweisen hat ein Prüfingenieur im Auftrag der DB bereits im Jahr 2015 festgestellt, dass die Kyll-Brücke saniert werden kann“, so Wießner weiter. Nun ist es an der Zeit, diese Sanierung schnellstmöglich umzusetzen, hatte die Deutsche Bahn bei einem Termin in Mechernich doch bereits weitere Verzögerungen bei der Wiederherstellung der durchgehenden Befahrbarkeit der Eifelstrecke angedeutet.

Deutsche Bahn lässt Eifelquerbahn freischneiden

Vor mehr als 125 Jahre wurde die Region rund um Daun und Ulmen durch den Bau der Eifelquerbahn ans Bahnnetz angebunden. Dem Gelände geschuldet, wurde der knapp 70 Kilometer lange Abschnitt der Eifelquerbahn zwischen Mayen und Gerolstein sehr kurvenreich angelegt. Ähnlich „kurvenreich“ sind auch die jüngsten Entwicklungen rund um die Eifelquerbahn.

Seit der verheerenden Flutkatastrophe vom 14./15. Juli stellt die Eifelquerbahn auf lange Sicht die einzig existierende Verbindung der Region an das Schienennetz der Deutschen Bahn (DB) dar. Wurden entsprechende Überlegungen zur Nutzung der Eifelquerbahn anfangs noch von Vertretern des DB-Konzerns zurückgewiesen, erklärte man nur wenige Wochen später gegenüber dem Eifelquerbahn Verein, genau dies nun zu prüfen. Zu den weiteren Plänen wolle man sich allerdings erste Ende Oktober äußern, so die Pressestelle der DB, nachdem der Eifelquerbahn Verein am 22. September über den unmittelbar bevorstehenden Beginn der Arbeiten zum Freischnitt der Strecke berichtete.

Auch wenn es bisher keine offizielle Bestätigung von Seiten der DB gibt, laufen bereits seit gut drei Wochen die Arbeiten zum Freischnitt der Eifelquerbahn. Im Auftrag der DB Fahrwegdienste GmbH, einer Tochterfirma der DB Netz AG, wird der gut 50 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Kaisersesch und Gerolstein aktuell freigeschnitten. Mit überwiegend leichtem Gerät wurden von Kaisersesch aus in Richtung Westen bisher gut zweieinhalb Kilometer wieder befahrbar gemacht.

„Wo bisher dichter Bewuchs und umgestürzte Bäume ein Durchkommen verhinderten, sieht die Strecke nun wieder so aus, als ob hier jeden Moment ein Zug kommen könnte“, so Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. Dass bisher erst ein kleines Stück der Strecke freigeschnitten wurde, liegt aber weniger am starken Bewuchs, als vielmehr an der Tatsache, dass bisher eher mit leichtem Gerät an maximal 1-2 Tagen in der Woche an der Strecke gearbeitet wurde. „Hier wurde zwar sauber und sorgfältig vorgegangen, aber wenn man weiter in diesem Tempo arbeitet, erreicht man Gerolstein frühestens im September 2022“, so Michels.

Um schneller voranzukommen, befindet daher seit kurzem auch schweres Gerät im Einsatz. Über das bisherige Ergebnis zeigte sich der Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins, Jens Wießner, nach einem Kontrollgang am vergangenen Freitag allerdings entsetzt: „Hier wird jetzt ein vollkommen ungeeignetes Fahrzeug eingesetzt, um die Strecke freizuschneiden. Anstatt eines für den Einsatz im Gleisbereich ausgelegten 2-Wege-Baggers, verwendet man einen Raupenbagger, welcher bereits zahlreiche Schäden verursacht hat“.

Bereits vor zwei Wochen hatten Vereinsmitglieder die durch den Einsatz eines Raupenfahrzeugs verursachten Schäden dokumentiert. Anschließend hatte der Verein den Leiter Vertrieb im zuständigen Regionalbereich Mitte der DB Netz AG, Herrn Harald Hartmann, sowie Vertreter der DB Regio als auch der Vulkan-Eifel-Bahn über die dokumentierten Schäden in Kenntnis gesetzt.

„Als wir von Vereinsseite vor mittlerweile zwei Jahren die DB Netz AG um eine Erlaubnis zum behutsamen Streckenfreischnitt in Handarbeit angefragt haben, wurde diese Anfrage durch das Vorstandsmitglied Jens Bergmann mit Verweis auf die ausschließliche Vergabe solcher Arbeiten an „präqualifizierte Unternehmen“ abgewiesen. Das bisherige Ergebnis lässt hieran doch erheblich zweifeln. Dabei haben wir den zuständigen Stellen der DB Netz AG bereits vor einigen Wochen ein uns vorliegendes Angebot eines qualifizierten Unternehmens zum Streckenfreischnitt mit Hilfe eines 2-Wege-Fahrzeugs übermittelt“, so Wießner.

Nachdem nun auch die neuen Schäden dokumentiert waren, wurde hierüber u.a. die Vulkan-Eifel-Bahn als direkt betroffenes Unternehmen in Kenntnis gesetzt, welche sich daraufhin an die DB Netz AG gewandt hat.

Dort scheint man umgehend reagiert zu haben, denn schon am Sonntagmorgen war anstatt des Raupenbaggers nun ein 2-Wege-Bagger an der Strecke anzutreffen. Dieser hatte auch bereits seinen ersten Einsatz, wie man an den Spuren am Gleis gut erkennen konnte.

„Wir begrüßen die schnelle Reaktion der Deutsche Bahn, hier nun endlich ein für die Arbeiten im Gleisbereich geeignetes Fahrzeug einzusetzen. Wir hoffen, dass die weiteren Arbeiten nun mit der notwendigen Sorgfalt und dem entsprechenden Nachdruck schnellstmöglich zum Abschluss gebracht werden. Gibt es doch auch aus der lokalen Politik vermehrt die Forderung, eine kurzfristige, zumindest eingeschränkte, Nutzbarkeit der Strecke herzustellen und schnellstmögliche die Sanierung sowie die Reaktivierung der Strecke umzusetzen. Gerade im Hinblick auf die zahlreichen Rad- und Wandertouristen in der Region sehen wir einen dringenden Bedarf zur kurzfristigen Erreichbarkeit der Region über die Schiene, aber auch mit Blick auf die Bergung der in Gerolstein gestrandeten Fahrzeuge muss die Strecke vor Einbruch des Winters unbedingt befahrbar sein“, so der Vereinsvorsitzende.

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 18. Oktober 2021

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Eifelstrecke laut Deutsche Bahn frühestens zum Jahresende 2024 wieder vollständig befahrbar – Eifelquerbahn-Freischnitt hat begonnen

Vor zwei Wochen präsentierte die Deutsche Bahn (DB) einen sehr ambitionierten Zeitplan zum Wiederaufbau der Eifelstrecke: Schon Ende dieses Jahrs sollen die ersten Züge wieder auf dem Abschnitt von Trier nach Auw an der Kyll verkehren, und auf der ganzen Länge der Gesamtstrecke will man „bis zum Sommer 2023 eine erste Befahrbarkeit erreichen“. Leider blieb bisher unbeantwortet, was die DB unter einer „ersten Befahrbarkeit“ versteht. Die Antwort und viele weitere Details liefert nun ein öffentlich zugängliches Dokument von DB NETZE, welches sich mit dem gut 100 km langen Abschnitt von Ehrang bis Nettersheim beschäftigt. Demnach wird der vollständige Wiederaufbau der Eifelhauptstrecke bis mindestens Ende des Jahres 2024 dauern.

Immerhin liegt nun erstmalig eine genaue Schadensübersicht vor, und die hat es absolut in sich: Rund 50 Kilometer beschädigte Gleise, 10 Kilometer neu zu wiederherstellender Bahndämme, mehr als 20 beschädigte Brücken, 29 beschädigte oder zerstörte Bahnübergänge, zahlreiche beschädigte oder zerstörte Stützbauwerke und Flussböschungen, sowie die weitestgehende Zerstörung der Stellwerkstechnik zwischen Gerolstein und Ehrang – das ist die traurige Bilanz der Hochwasserkatastrophe in Bezug auf den rheinland-pfälzischen Teil der Eifelstrecke.

Die zerstörten Stellwerke sollen im Rahmen des Wiederaufbaus der Eifelstrecke durch ein modernes elektronisches Stellwerk (ESTW) ersetzt werden, welches seinen Betrieb zum August 2023 aufnehmen soll. Bis dahin wird zwischen Gerolstein und Ehrang laut DB nur ein eingeschränktes Verkehrsangebot, mit „nur einem Zug pro Richtung“, möglich sein.

„Mit Blick auf den bisherigen Fahrplan bedeutet dies im Idealfall einen 2-Stundentakt zwischen Trier und Gerolstein, abhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit der Abschnitt befahren werden kann. Über diese Tatsache hat die DB in ihrer letzten Pressemeldung kein Wort verloren“, so Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. „Wir erleben nun zum wiederholten Mal, wie die Deutsche Bahn die Menschen mit ihren Aussagen in die Irre führt“, kritisiert Wießner das Verhalten der Deutschen Bahn.

Damit spielt er auch auf die Aussagen der DB zur kurzfristigen Nutzung der Eifelquerbahn an, welche nun immer mehr in den Fokus rückt. „Für die kommende Sitzung des Kreistags Vulkaneifel liegen mittlerweile zwei Anträge zu Eifelquerbahn und Eifelstrecke vor. Möchte man die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) des Schienennetzes in der Region verbessern, kommt man an der Reaktivierung der Eifelquerbahn nicht vorbei. Denn wie die Eifel-Börde-Bahn für die Region Euskirchen, so stellt die Eifelquerbahn für die Region Vulkaneifel einen weiteren Zugang zum europäischen Schienennetz dar, den es nun zu nutzen gilt“, so Valentin Michels, stellvertretender Vereinsvorsitzender.

Und dieser Nutzung ist man mittlerweile einen bedeutenden Schritt nähergekommen, hat die Deutsche Bahn doch jüngst mit dem Streckenfreischnitt der Eifelquerbahn begonnen.

In Anbetracht der noch bis mindestens Ende 2024 dauernden Arbeiten an der Eifelstrecke ist es daher richtig, beide Strecken im Blick zu haben. Für die stark zerstörte Eifelstrecke sollte es heißen, alle anstehenden Maßnahmen zukunftssicher zu gestalten. „Die DB hat das Ziel ausgegeben, den Wiederaufbau mit modernster Technik umzusetzen. Daher müssen beim Wiederaufbau der Leit- und Sicherungstechnik, Bahndämme und Bahnübergänge sowie Brücken und weiterer Bauwerke auch der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Eifelstrecke berücksichtigt werden“, so Michels.

Unabhängig davon ist mittlerweile mehr als deutlich geworden, dass die vollständige Wiederherstellung der Eifelhauptstrecke über Gerolstein noch viele Jahre in Anspruch nehmen wird. Aus Vereinssicht liegen die nächsten Schritte daher klar auf der Hand. Bis zum Frühjahr muss die stillgelegte, aber intakte Eifelquerbahn als auf lange Sicht einzige befahrbare Verbindung in die Region Vulkaneifel so weit ertüchtigt werden, dass ein Betrieb, wie er bis ins Jahr 2012 stattgefunden hat, wieder möglich wird. Dann könnte die Strecke nicht nur für Überführungsfahrten und Bauzüge, sondern auch für Personenzüge genutzt werden. In der aktuellen Situation würde hiervon insbesondere die lokale Tourismusbranche profitieren. Aber auch die ohnehin anstehende Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Eifelquerbahn muss nun zügig zum Abschluss gebracht werden.

„Bis Frühjahr nächsten Jahres brauchen wir Klarheit, wie ein reguläres SPNV-Angebot auf der Eifelquerbahn aussehen soll. Dann können die Förderanträge beim Bundesverkehrsministerium gestellt und die weiteren Planungen vorangetrieben werden. Hier gilt es auch den Abschnitt von Mayen nach Kaisersesch mit einzubeziehen, damit die Strecke durchgängig auf die aktuell gültigen Streckenstandards modernisiert werden kann“, so Valentin Michels. Es gilt jetzt, die Eisenbahninfrastruktur der Region fit für die Zukunft zu machen, hierzu zählen: Für die Eifelstrecke der resiliente Wiederaufbau, der zweigleisige Ausbau sowie die Elektrifizierung und für die Eifelquerbahn die Reaktivierung und Modernisierung. Nicht irgendwann – sondern jetzt!

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 27. September 2021

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Entscheidung über Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn offenbar gefallen

Nach der Anfang September erfolgten Prüfung der Kyll-Brücke bei Pelm durch die DB Netz AG und den Rangierarbeiten unter Beteiligung der Vulkan-Eifel-Bahn in der vergangenen Woche im Bahnhof Gerolstein, kündigen sich nun weitere Aktivitäten an. Wie mehrere Quellen aus dem Umfeld des Deutsche Bahn (DB) Konzerns übereinstimmend berichten, stehen die Arbeiten zum Freischnitt der Eifelquerbahn unmittelbar bevor. Eine offizielle Bestätigung der DB-Pressestelle sowie des zuständigen Bereichs Mitte der DB Netz auf eine entsprechende Anfrage des Eifelquerbahn-Vereins stehe aktuell allerdings noch aus, so Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins.

Deutlich schneller reagierte dagegen die DB Regio AG. So standen die im Auftrag der DB Regio durchgeführten Rangierarbeiten in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit den Modernisierungsmaßnahmen im Bahnhof Gerolstein. Um diese nicht zu behindern, wurden die beiden am Bahnsteig gestrandeten Fahrzeuge in der letzten Woche erfolgreich in den Abstellbereich des Bahnhofs rangiert, wie die DB Regio auf Anfrage des Eifelquerbahn-Vereins mitteilte.

Dabei wird die momentan ruhende Modernisierungsmaßnahme von den aktuellen Entwicklungen gerade eingeholt. So fordert nun auch der Rat der Verbandsgemeinde Gerolstein in einer einstimmig verabschiedeten Resolution eine bessere Anbindung der Region ans Schienennetz. Hierzu gehören die Reaktivierung der Eifelquerbahn im regulären Betrieb, der zweigleisige Ausbau der Eifelstrecke sowie deren Elektrifizierung. Und genau hier liegt das Problem, denn die Höhe der aktuell in Bau befindliche Fußgängerüberführung reicht nicht für eine spätere Elektrifizierung aus, wie DB Station&Service bereits im Februar dieses Jahres gegenüber dem Eifelquerbahn-Verein bestätigte. Hier gilt es nun zu prüfen, wie die Baumaßnahmen am besten an die neuen Anforderungen angepasst werden können.

Aber auch die Planungen zur schrittweisen Wiederinbetriebnahme der Eifelstrecke gilt es erneut zu prüfen, zeichnet sich doch nun die Möglichkeit ab, unter Nutzung der Eifelquerbahn den Abschnitt Gerolstein – Nettersheim deutlich früher wieder in Betrieb zu nehmen.

„Der überwiegende Teil der Pendler nutzt die Eifelstrecke für Fahrten in Richtung Köln. Zöge man nun die Arbeiten im 39 Kilometer langen Abschnitt Gerolstein – Nettersheim vor, so könnte bereits im Frühjahr 2022 ein Großteil der Strecke in Richtung Köln wieder befahrbar sein. Hiervon würden sowohl Berufspendler als auch Schüler durch deutlich kürzere Fahrzeiten gegenüber dem Schienenersatzverkehr (SEV) profitieren“, so Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins.

Unabhängig davon wird die Region noch bis weit ins Jahr 2023 hinein nur eingeschränkt aus Richtung Köln/Bonn erreichbar sein, ein Problem, welches vor allem den Tourismussektor trifft. „Mit Blick auf die kommende Saison brauchen wir gute Lösungen, wie wir Rad- und Wandertouristen, auch ohne Auto, in die Region bekommen. Eine reaktivierte Eifelquerbahn könnte hier einen wichtigen Beitrag leisten“, ist Wießner überzeugt.

Sein Vorschlag: „Wir müssen Land, Deutsche Bahn, den Zweckverband SPNV-Nord, Kommunen und mögliche Partner an einen Tisch bringen, um gemeinsam ein kurzfristig umsetzbares Konzept zu erarbeiten. Hier sehen wir insbesondere das Land in der Verantwortung, die Kommunen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.“

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 22. September 2021

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Triebwagen im Bahnhof Gerolstein – Naht die Abfahrt über die Eifelquerbahn?

Auch mehr als 8 Wochen nach der Hochwasserkatastrophe ist der Bahnhof Gerolstein weiterhin nicht über die Schiene zu erreichen, trotzdem sollte es am 15. September, erstmals seit zwei Monaten, wieder Zugbetrieb in Gerolstein geben.

Wegen der durch die Flutkatastrophe verursachten Schäden an den Triebfahrzeugen der DB Regio NRW können sich diese nicht mehr aus eigener Kraft fortbewegen. Da war es Glück im Unglück, dass im benachbarten Betriebsgeländer der Vulkan-Eifel-Bahn (VEB) eine ebenfalls eingeschlossene, aber unbeschädigte Lok zur Verfügung stand.

So machte man sich Mittwoch morgens auf den Weg vom Betriebsgelände der VEB in Richtung Bahnhof Gerolstein. Unter normalen Umständen nichts Spektakuläres, aktuell aber nun eine größere Herausforderung, wurde beim Hochwasser doch auch die gesamte Leit- und Sicherungstechnik zerstört. Anstatt die Weichen einfach vom Stellwerk aus zu stellen, mussten alle benötigten Weichen vor Ort „händisch“ betätigt werden. Erst dann konnten sich die Loks im Schritttempo auf den Weg in Richtung Bahnhof machen. In der mehr als zwei Stunden dauernden Aktion wurden die beiden am Bahnsteig von Gleis 4 gestrandeten Fahrzeuge in den Abstellbereich des Bahnhofs überführt.

Aber wozu das Ganze? Die Werkstatt in Köln wird man frühestens in zwei Jahren über die Eifelstrecke erreichen können, strebt die Deutsche Bahn doch nach eigener Aussage eine „erste Befahrbarkeit“ der gesamten Eifelstrecke bis Sommer 2023 an, wobei der Abschnitt zwischen Nettersheim und Kall als letztes in Betrieb gehen soll. Inwieweit die Infrastruktur dann bereits wieder einen regulären Stundentakt, entsprechend dem bis zum 14. Juli 2021 gültigen Fahrplan erlaubt, bleibt abzuwarten.

Auf Anfrage des Eifelquerbahn-Vereins teilte ein Vertreter der DB Regio AG mit, man sehe in der Bergung der Triebwagen über die Eifelquerbahn eine kurzfristige Möglichkeit, die Fahrzeuge zur Instandsetzung zu überführen.

„Mit der gestrigen Aktion steht fest, dass sowohl die Fahrzeuge rollfähig sind als auch die benötigten Fahrstraßen manuell gestellt werden können. Was jetzt noch fehlt, ist eine offizielle Aussage der DB Netz AG zum Ergebnis der Untersuchung der Eifelquerbahn, hier insbesondere der Kyllbrücke bei Pelm. Der Freischnitt der Strecke könnte dann, mit maschineller Unterstützung, innerhalb weniger Wochen abgeschlossen werden“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner.

Geht man davon aus, dass die gestrige Aktion nicht zum Spaß durchgeführt wurde, so spricht einiges dafür, dass die Untersuchungsergebnisse mittlerweile vorliegen dürften und sowohl DB Regio als auch die Vulkan-Eifel-Bahn auf eine baldige Überführung ihrer beschädigten Fahrzeuge über die stillgelegte, aber intakte Eifelquerbahn in die Werkstatt hoffen dürfen.

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 16. September 2021

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Deutsche Bahn beginnt mit Überprüfung der Eifelquerbahn

Nach der anfänglich sehr zurückhaltenden Reaktion der Deutschen Bahn in Bezug auf eine mögliche Nutzung der Eifelquerbahn im Rahmen des Wiederaufbaus der Eifelstrecke, gibt es nun doch erste Aktivitäten in diese Richtung. So sind seit einigen Tagen Mitarbeiter der DB Netz AG mit der Überprüfung der Kyll-Brücke bei Pelm beschäftigt. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Instandsetzung der nach dem 2. Weltkrieg nur als Behelfsbrücke wiederaufgebauten Kyll-Brücke bei Pelm, welche seit einem TÜV-Gutachten aus dem Jahr 2014 als problematisch gilt.

„Leider wurde es in den letzten 75 Jahren versäumt, dieses Provisorium durch einen Neubau zu ersetzen“, so Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. Dieser vermeintliche Nachteil könnte sich nun aber als Vorteil für die anstehende Sanierung erweisen: „Die modulare Bauweise von Behelfsbrücken macht eine Instandsetzung einfacher. Wir haben bereits im Jahr 2019 mit einem Brückenbauingenieur über konkrete Vorschläge zur Sanierung der Pelmer Brücke gesprochen“, so Michels.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten kann mit der Bergung der in Gerolstein gestrandeten Fahrzeuge begonnen werden. „Alleine die vier in Gerolstein gestrandeten Fahrzeuge der DB Regio NRW dürften zusammen einen Wert von mehr als 16 Millionen Euro haben. Ohne eine Bergung über die Eifelquerbahn würde man diese nach Wiederherstellung der Eifelstrecke nur noch für teures Geld entsorgen können“, so Jens Wießner, Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins. Ähnlich sähe es dann auch für die durch die Flutkatastrophe beschädigten Fahrzeuge der Vulkan-Eifel-Bahn aus.

Nach der Bergung der Fahrzeuge gilt es, schnellstmöglich die Wiederherstellung der Eifelstrecke in Richtung Birresborn anzugehen, befindet sich doch in diesem 7 Kilometer langen Abschnitt die Verladestelle „Gerolstein Basalt“, von der aus der zum Wiederaufbau benötigte Gleisschotter direkt auf die Bahn verladen werden kann. Beim Wiederaufbau gilt es auch, die Eifelstrecke fit für die Zukunft zu machen und bereits heute die notwendigen Voraussetzungen für die Elektrifizierung und den zweigleisigen Ausbau zu schaffen.

„In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits einen Beschluss des nvr (Nahverkehr Rheinland) mit der konkreten Forderung, sowohl die Elektrifizierung als auch den zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke beim Wiederaufbau zu berücksichtigen, um so die Attraktivität der Eifelstrecke nachhaltig zu verbessern. Aber auch aus Rheinland-Pfalz werden ähnliche Forderungen immer lauter“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins. „Wir stehen aktuell im Austausch mit den Bundestagskandidaten sowie den Landes- und Kommunalvertretern. Der zukunftssichere Wiederaufbau der Eifelstrecke wird auch hier als dringliche Forderung angesehen und auch die Einbeziehung der Eifelquerbahn für einen schnelleren Wiederaufbau der Eifelstrecke ist durchweg auf positive Resonanz gestoßen“, so Wießner weiter.


Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 03. September 2021

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Nach Bestätigung durch DB: Laufende Untersuchung zur Eifelquerbahn eröffnet Weg für pragmatische Lösungen für die Eifelstrecke

Waren Vertreter der Deutschen Bahn (DB) beim gemeinsamen Ortstermin mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Gerolstein noch darum bemüht, Optimismus in Bezug auf die Wiederinbetriebnahme der Eifelstrecke zu verbreiten, räumt der Konzern mittlerweile ein, dass die Beseitigung der Schäden sowie der abschnittsweise Neubau der Strecke deutlich länger dauern werde als noch Ende Juli allzu optimistisch verkündet.

Bis mindestens Ende 2022 wird es dauern, bevor in der Eifel wieder Züge fahren, so die aktuelle Prognose der Deutschen Bahn. Doch auch diese ist mit Vorsicht zu genießen, gilt es doch erst einmal den Abschluss der nötigen Planungen abzuwarten. Dies stellt nicht nur Schüler und Berufspendler vor große Probleme, denn auch lokale Unternehmen und die Tourismusbranche sind auf die Schienenverbindung angewiesen.

Wie der Konzernbevollmächtigte der DB für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Dr. Klaus Vornhusen, gegenüber dem Eifelquerbahn Verein bestätigte, wird im Rahmen der aktuell laufenden Untersuchungen weiterhin auch die Möglichkeit zur Nutzung der Eifelquerbahn untersucht. Damit besteht die Chance, der Region durch schnelle und pragmatische Lösungen kurzfristig zumindest ein Stück weit Normalität zurückzugeben.

Ein Vorschlag, wie solch eine Lösung aussehen könnte, kommt vom Eifelquerbahn-Verein. Hierzu erklärt der stellvertretende Vorsitzende, Valentin Michels:

„Grundvoraussetzung ist der Vorschlag, die Eifelquerbahnstrecke als sogenanntes Baugleis wieder in Betrieb zu. Dadurch, dass Gerolstein in der Vergangenheit vom Rückbauwahn der Deutschen Bahn verschont geblieben ist, bietet der große Bahnhof nämlich die ideale Basis als Stützpunkt zur Wiederinstandsetzung der Eifelstrecke. Von hier aus kann in einem ersten Schritt die Instandsetzung nach Norden in Richtung Jünkerath und nach Süden in Richtung Densborn erfolgen. Damit würden wir die Schülerverkehre wieder zurück auf die Schiene bekommen und auch ein direkter Anschluss an den Schnellbus in Jünkerath wäre hiermit gegeben.“

Aber auch die Anbindung ans deutsche Schienennetz ließe sich auf diesem Wege wiederherstellen.

Konkret umfasst der Vorschlag die Einrichtung dreier Linien, welche auch ohne die aktuell beschädigte Leit- und Sicherungstechnik betrieben werden können:

  • Gerolstein – Densborn über Gleis 2
  • Gerolstein – Jünkerath über Gleis 3
  • Gerolstein – Kaisersesch über Gleis 1

Bei dieser Aufteilung können alle drei Linien autark verkehren, ohne dass die Notwendigkeit von Zugkreuzungen gegeben ist.


Angesprochen auf die Tatsache, dass ein Großteil der hierfür benötigten Fahrzeuge aktuell doch gar nicht zur Verfügung stehe, erwidert der Vereinsvorsitzende, Jens Wießner: „Das ist überhaupt kein Problem, die Konzerntochter DB Gebrauchtzug hat aktuell verschiedene Dieseltriebwagen im Angebot. Ich bin mir aber sicher, dass notfalls auch die Vulkan-Eifel-Bahn mit ihrem Fuhrpark aushelfen würde.“

Dem Einwand, dass die Eifelquerbahnstrecke nicht den aktuellen Anforderungen eines SPNV-Betriebs genüge, widerspricht Wießner: „Wir reden hier ja nicht über einen SPNV-Vollbetrieb, sondern über eine Art Vorlauf-Betrieb, wie er auch eine Zeitlang auf der Eifel-Börde-Bahn praktiziert wurde. Hierfür reichen die auf der Strecke vorhandenen technischen Sicherungseinrichtungen in den Bahnhöfen Kaisersesch, Ulmen, Daun und Gerolstein vollkommen aus, erlauben diese doch sogar Zugbegegnungen in den Bahnhöfen Ulmen und Daun.“

Sollte es nötig sein, Bahnübergänge zusätzlich zu sichern, wäre auch dies kein Problem. „Es wäre nicht das erste Mal, dass die Deutsche Bahn für die Sicherung von Bahnübergängen auf Sicherungsposten zurückgreift.“, ergänzt Michels.

„JETZT ist die Zeit für pragmatische Lösungen, daher muss die Deutsche Bahn nun endlich Klarheit schaffen, wie sie die Region wieder schnellstmöglich an die Schiene anbinden will.“, fordern die beiden Vorsitzenden.

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 23. August 2021

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Auf dem falschen Gleis unterwegs – Deutsche Bahn irritiert mit Aussagen zur Eifelquerbahn

Nach der Sperrung der Eifelstrecke hat der Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord die Nutzung der Eifelquerbahn ins Spiel gebracht. Mit der Einrichtung eines sogenannten „Baugleises“ ließen sich hierüber einerseits die in Gerolstein eingeschlossenen, vom Hochwasser beschädigten Fahrzeuge in eine Werkstatt überführen, und andererseits könnten dringend benötigte Gleisbaumaschinen und Materialien, wie Schienen, Schwellen und Weichen für einen schnelleren Wiederaufbau der Eifelstrecke von Andernach aus zugeführt werden. Diesem von zahlreichen Verbänden befürworteten Vorschlag erteilten Vertreter der Deutschen Bahn bisher eine Absage. Die hierbei angeführten Gründe sorgen allerdings für große Irritationen.

Nach Aussage von Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Infrastrukturprojekte Region Mitte der DB, sei eine kurzfristige Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn gar nicht möglich: „Die Gleise der Eifelquerbahn müssten dazu neu aufgebaut werden“, so Bolte. Dies irritiert insofern, als dass die Strecke noch komplett vorhanden ist und der Abschnitt von Kaisersesch bis Ulmen im Jahr 2008 erst umfangreich saniert wurde und die DB Netz AG vor nicht einmal zwei Jahren noch offiziell von lediglich 20 zu tauschenden Schwellen im Bereich Hohenfels-Essingen sprach. Auch auf Strecken mit starkem Bewuchs lässt sich innerhalb relativ kurzer Zeit ein Baugleis einrichten, dies zeigen Projekte wie die Ilztalbahn im bayrischen Wald oder die Brexbachtalbahn im Westerwald. Eine Erklärung, warum dies laut der DB nun bei der vom Hochwasser nicht beschädigten Eifelquerbahn nicht möglich sein soll, blieb man allerdings schuldig.

Überhaupt wäre eine Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn gar nicht nötig, zeigte sich der Konzernbevollmächtigte der DB für Rheinland-Pfalz, Dr. Klaus Vornhusen, überzeugt. „Wir haben die Erwartung, dass wir mit der Eifelstrecke schneller fertig sind, als die Reaktivierung der Eifelquerbahn einen positiven Effekt zeigen würde“, so Dr. Vornhusen. Aktuelle Bilder vom Zustand der Eifelstrecke lassen allerdings große Zweifel an dieser Aussage aufkommen.

Hangrutsche, unterspülte Brücken und Pfeiler, zerstörte Gleise und Sicherungstechnik auf mehreren Kilometer, so sieht es aktuell an der Eifelstrecke aus. Nicht vor Dezember dieses Jahres soll Mechernich wieder von Köln aus zu erreichen sein, und eine Wiederinbetriebnahme der weiteren Strecke über Kall und Gerolstein bis nach Trier soll aller Voraussicht nach nicht vor Dezember 2022 erfolgen. Dabei sind solche Schätzungen mit Vorsicht zu genießen, sind doch noch längst nicht alle Schäden erfasst. Auch die weiterhin schlechte Versorgung mit Halbleiterprodukten dürfte eine entscheidende Rolle beim Wiederaufbau der Leit- und Sicherungstechnik spielen.

„Noch bis ins Jahr 2012 fuhren schwere, mit mehreren Lokomotiven bespannte Güterzüge über die Eifelquerbahn. Jetzt soll nicht einmal die Überführung von Triebwagen möglich sein“, zeigt sich der Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins, Jens Wießner, sichtlich irritiert über die Aussagen der Deutschen Bahn. Die Strecke war bis zuletzt für Fahrzeuge bis zu einer Radsatzlast von 20t freigegeben, dies entspricht der üblichen Einstufung von Nebenbahnen. Dies gilt im Übrigen auch für den vor 20 Jahren reaktivierten Streckenabschnitt von Mayen Ost nach Kaisersesch. Die Einrichtung eines Baugleises auf der Eifelquerbahn würde die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um flexibel auf die weitere Entwicklung rund um die Eifelstrecke reagieren zu können. Davon, dass dies, entgegen der bisherigen Aussagen der DB, mit überschaubarem Aufwand umzusetzen wäre, ist der Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins überzeugt. Mit dieser Meinung steht er im Übrigen nicht alleine da, teilen doch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sowie die Allianz pro Schiene diese Auffassung. Der Verein hat sich daher mittlerweile auch an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und den für Infrastruktur zuständigen Deutsche Bahn Vorstand Ronald Pofalla gewandt.

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 05. August 2021

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Alternativen für die Eifelstrecke gesucht

Sperrung bis Ende 2022

Auf den ersten Blick sieht am Bahnhof Gerolstein alles aus wie immer: Gleisanlagen und Bahnsteige machen einen gepflegten Eindruck, und im Gleisvorfeld scheinen Züge auf die Bereitstellung zur Fahrt in Richtung Köln und Trier zu warten. Doch bei einem genaueren Blick wird deutlich, dass hier längst nicht alles so ist wie immer. Erloschene Signale, abgestellte Züge, verschlammter Schotter und verwaiste Bahnsteige zeugen von der schweren Flutkatastrophe, welche die Region in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli heimgesucht hat.

Dabei ist Gerolstein, in Bezug auf die Infrastruktur, noch glimpflich davongekommen, wenn man sich die Zerstörungen entlang der Eifelstrecke, sowohl in Richtung Köln, als auch nach Trier genauer anschaut. Gehört die Eifelstrecke doch zu den am schwersten vom Unwetter betroffenen Bahnstrecken. Die DB Netz AG geht schon jetzt davon aus, dass die Strecke an den besonders betroffenen Stellen vollumfänglich neu gebaut werden muss. Noch ist man allerdings damit beschäftigt, alle Schäden im Detail zu erfassen.

Unterspülte Gleise, zerstörte Bahnübergänge, Brücken, Leit- und Sicherungstechnik sollen nach dem neuesten Stand der Technik wieder aufgebaut werden. Dabei plant die DB Netz AG auch abschnittsweise Neutrassierungen und größere Brückenbauwerke, um die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Infrastruktur bei zukünftigen Hochwasserereignissen zu verbessern. Dies alles ist sinnvoll, benötigt aber Zeit, da dieses Vorgehen auch mit zusätzlichem Planungs- und Genehmigungsaufwand verbunden ist, wie DB-Netz-Vorstand Dr. Volker Hentschel in einer Pressekonferenz am 23. Juli bestätigte. Selbst wenn es bei diesen Maßnahmen Planungserleichterungen geben sollte, ist mit einem viele Monate dauernden Planungsvorlauf zu rechnen. Zu einer vollständigen Betriebsaufnahme wird es auf der Eifelstrecke in absehbarer Zeit nicht kommen, spricht die Deutsche Bahn doch aktuell von einer Sperrung der Strecke bis Dezember 2022. „Wir sind ja momentan eingesperrt“, kommentierte der Vulkan-Eifel-Bahn-Geschäftsführer, Jörg Petry, die aktuelle Situation gegenüber dem SWR. Das in Gerolstein ansässige Unternehmen hat, wie auch die Deutsche Bahn, aktuell keine Möglichkeit seine beschädigten Fahrzeuge in die Werkstatt zu überführen.

Alternativen gesucht

Der Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord hat daher die kurzfristige Wiederinbetriebnahme der bereits zur Reaktivierung angedachten Eifelquerbahn von Kaisersesch bis Gerolstein ins Spiel gebracht. Der rund 50 Kilometer lange Abschnitt wurde bis 2012 noch regelmäßig von touristischen Personenzügen und Güterzügen befahren, danach aber der Natur überlassen. Erforderlich wäre die Beseitigung des zwischenzeitlich teilweise dichten Bewuchses. Danach ließen sich einerseits die in Gerolstein eingeschlossenen, vom Hochwasser beschädigten Fahrzeuge in eine Werkstatt überführen. Andererseits könnten dringend benötigte Gleisbaumaschinen und Materialien, wie Schienen, Schwellen und Weichen für einen schnelleren Wiederaufbau der Eifelstrecke von Andernach aus zugeführt werden. Von Seiten des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, sowie des Eifelquerbahn Vereins,  wurde der Vorschlag zur kurzfristigen Reaktivierung der Eifelquerbahn auch an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer herangetragen. Ein Vorschlag, der auch von der Allianz pro Schiene unterstützt wird.

Kyllbrücke realistisch prüfen

Die vom Hochwasser ganz offensichtlich nicht in Mitleidenschaft gezogene Eisenbahnbrücke der Eifelquerbahn bei Pelm wurde in der Vergangenheit immer wieder als Hindernis für eine Reaktivierung dargestellt. Gutachter bescheinigten dem Bauwerk im Jahr 2014, das ein „Betrieb mit einer geplanten Zielgeschwindigkeit von 60 km/h“ nicht zu vertreten sei. Dabei wurde die Brücke bis zur Einstellung des Bahnbetriebs im Jahr 2012 regulär nur mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern befahren. Bis zuletzt konnten selbst schwere Güterzüge die Brücke passieren. Für eine Wiederinbetriebnahme als Baugleis würde sogar die Überquerung in Schrittgeschwindigkeit ausreichen. Aus diesem Grund fordert der Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins, Jens Wießner, eine zielführende Brückenprüfung unter „realistischen Vorgaben“. Unabhängig davon ließe sich über die Eifelquerbahn der aktuell komplett zum Erliegen gekommene Güterverkehr wieder aufnehmen, entweder direkt ab Gerolstein oder alternativ ab Daun beziehungsweise Ulmen. Danach könnte nach Auffassung von Julia Gieseking, Landrätin im Landkreis Vulkaneifel, auch der für die Region Vulkaneifel so immens wichtige Tourismus nach den coronabedingten Einschnitten von einer Reaktivierung profitieren. Aktuell benötigt der zwischen Euskirchen und Gerolstein eingerichtete Schienenersatzverkehr (SEV) beinahe drei Stunden, ohne dass die Möglichkeit der Fahrradmitnahme gegeben ist. Mit einer Verlängerung des regionalen Schienenverkehrs über Kaisersesch hinaus bis Gerolstein wäre für die Region auch eine verbesserte Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Personennahverkehr wieder gegeben. „Ich denke, dass es auch im Sinne der Bahn ist, gute Lösungen zu finden“, so Julia Gieseking (SPD) im Interview mit dem SWR. Hier wird sie sicher auch die Zusicherung von Dr. Volker Hentschel im Hinterkopf gehabt haben, welcher in der Pressekonferenz vom 23. Juli versicherte „dass wir mit Hochdruck daran arbeiten für die Menschen in der Region wieder attraktiven Bahnverkehr anbieten zu können“.

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 30. Juli 2021

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Eifelquerbahn ab 2024 mit Wasserstoff aus Kaisersesch unterwegs

Auf der 66. Verbandsversammlung hat der Zweckverband SPNV Nord die Weichen für einen Pilotbetrieb mit wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen auf der Eifelquerbahn zwischen Andernach und Kaisersesch gestellt. Auch die Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Eifelquerbahn bis Gerolstein kann nach einem Schreiben des Bundesverkehrsministeriums endlich Fahrt aufnehmen.

Noch verkehren auf vielen Strecken in Rheinland-Pfalz nur Dieseltriebwagen, liegt die Elektrifizierungsquote des rheinland-pfälzischen Schienennetzes doch bei unter 50 Prozent. Neben der Streckenelektrifizierung gibt es nun auch Alternativen in Form von wasserstoff- und batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen. Diese möchte der Zweckverband SPNV Nord ab 2024 im Rahmen eines mehrjährigen Pilotbetriebs auf verschiedenen Strecken ausführlich testen. Eine dieser Strecken ist die Eifelquerbahn von Andernach nach Kaisersesch.

Auf der Strecke „rauf“ nach Kaisersesch soll ein modernes und lokal emissionsfreies Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb eingesetzt werden, welches mit einer Reichweite von mehr als 1000 Kilometern den Höhenunterschied von 400 Metern zwischen Andernach und dem aktuellen Endhaltepunkt in Kaisersesch problemlos meistern kann.

„Wir freuen uns das die Eifelquerbahn als Pilotstrecke zur Erprobung von alternativen Antrieben ausgewählt wurde.“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn e. V., Jens Wießner. Lieferant für den benötigten Wasserstoff ist hierbei u.a. das SmartQuart Projekt in Kaisersesch. Im Rahmen des durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts werden hier Produktion, Lagerung, Transport und Einsatz von grünem Wasserstoff in einem „Reallabor“ erprobt.

„Durch den Einsatz des lokal produzierten Wasserstoffes erfolgt die Wertschöpfung direkt vor Ort. Dies ist auch im Hinblick auf die im Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung enthaltene Reaktivierung der Eifelquerbahn bis Gerolstein von großem Interesse.“, so Wießner weiter.

In Bezug auf diese Reaktivierungspläne gibt es ebenfalls Neues zu berichten. So hat das Bundesverkehrsministerium (BMVI) die Länder vor kurzem über die Eckdaten der für dieses Jahr geplanten Neufassung der „Standardisierten Bewertung“ informiert. Auf dieser Basis kann nun auch die notwendige Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) erfolgen.

„Die Parameter der Standardisierten Bewertung waren schon länger hoffnungslos veraltet. Erstmals werden so wichtige Parameter wie Daseinsvorsorge, Klimaschutz oder auch Barrierefreiheit entsprechend gewichtet. Damit werden endlich die notwendigen Voraussetzungen für eine Rückkehr der Bahn in die Fläche und damit auch in die Region Vulkaneifel, geschaffen.“, so Jens Wießner.

Bis es so weit ist, werden noch einige Jahre vergehen. Denn erst nach dem positiven Abschluss der Machbarkeitsstudie können die entsprechenden Förderanträge gestellt und die weitergehenden Planungen auf den Weg gebracht werden. Wie ein Betrieb auf der reaktivierten Eifelquerbahn aussehen könnte, hat der Eifelquerbahn e. V. bereits vor einigen Wochen auf seiner neuen Internetpräsenz www.verkehrswende-vulkaneifel.de in zwei Varianten (Regional-Express bzw. Regional-Bahn) vorgestellt.

Die Zeit bis dahin möchte man von Vereinsseite aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, befindet sich der Streckenabschnitt von Kaisersesch bis Daun doch nach Angaben der DB Netz AG, abgesehen vom Bewuchs, in einem guten Zustand. Daher hat man zwischenzeitlich mit dem Ziel eines Freischnitts der Strecke das Gespräch mit der DB Netz AG gesucht, wurde hierbei aber an das Land Rheinland-Pfalz verwiesen.

„In Bezug auf die weitere Nutzung der Eifelquerbahn hat sich das Land Rheinland-Pfalz ein Mitspracherecht gesichert. Wir wollen daher das Gespräch mit dem Land suchen, um über eine vorübergehende Nutzung der Strecke bis zur Reaktivierung des SPNV zu reden.“, so Wießner. Hierzu liegen auch bereits konkrete Ideen vor. So könnten schon bald moderne Triebwagen, wie sie aktuell zwischen Andernach und Kaisersesch verkehren, am Wochenende Ausflügler ganz bequem und ohne Auto in die Vulkaneifel bringen. Damit wäre auch hier der Einstieg in die Verkehrswende gemacht.

Und wer weiß, vielleicht macht einer der zu erprobenden Wasserstofftriebwagen auch mal einen Abstecher nach Daun oder Ulmen…

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 09. Juli 2021

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